Kauffrau für Büromanagement · Lernfeld 12 · 3. Ausbildungsjahr

Veranstaltungen und Geschäftsreisen organisieren

Ein Meeting, eine Messe, eine Dienstreise nach Den Haag. Hier lernst du, Veranstaltungen und Reisen von A bis Z zu organisieren und am Ende sauber abzurechnen. Das ist Organisationstalent plus ein Stück Rechnen bei der Reisekostenabrechnung. Genau die Aufgaben, die im Büroalltag täglich auf deinem Tisch landen.

Miriam Haberer · Dozentin, Trainerin und Speakerin · IHK-Prüferin · seit 2004 im Unterricht

Tipp: Aufklappen zum Lesen. Auf eine Rechenkarte tippen zeigt das Ergebnis.

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Veranstaltungsarten

Welche Form passt zu welchem Anlass?
Stufe 1 · die Grundfrage
Das Ziel bestimmt die Form

Bevor man plant, fragt man: Was soll die Veranstaltung erreichen? Information, Schulung, Verkauf, Austausch? Daraus ergibt sich die passende Form. Eine Produktneuheit stellt man auf einer Messe vor, eine Schulung macht man als Seminar.

Stufe 2 · die wichtigsten Arten
Vom Meeting bis zum Kongress
Tagung / Kongress

Größere Fachveranstaltung mit Vorträgen, oft mehrtägig, viele Teilnehmer.

Seminar / Webinar

Schulung in kleiner Gruppe. Das Webinar findet online statt.

Messe

Produkte und Leistungen ausstellen, Kontakte knüpfen, verkaufen.

Videokonferenz

Besprechung über Distanz, spart Reisekosten und Zeit.

Miriams Praxisblick

Die wichtigste Frage vor jeder Veranstaltung lautet nicht wie, sondern wozu. Wer das Ziel kennt, trifft jede weitere Entscheidung leichter: Raum, Technik, Catering, Einladung. Wer ohne klares Ziel plant, organisiert viel und erreicht wenig. In der Prüfung punktest du, wenn du die Veranstaltungsart aus dem Anlass herleitest, statt sie einfach zu nennen.

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Eine Veranstaltung planen

Programm, Räume, Technik, Catering, Einladung
Stufe 2 · die drei Phasen
Vorbereiten, durchführen, nachbereiten

Wie schon bei den Besprechungen in Lernfeld 2 gilt: drei Phasen. Vorbereiten: Ziel, Termin, Ort, Programm, Einladung, Ressourcen. Durchführen: Ablauf steuern, Gäste betreuen. Nachbereiten: aufräumen, abrechnen, auswerten.

Stufe 3 · woran man denken muss
Die Checkliste im Kopf

  • Programm und Tagesordnung: Was passiert wann?
  • Räume und Medien: Raumgröße, Bestuhlung, Technik, Beamer, Mikrofon.
  • Catering: Verpflegung passend zu Dauer und Anlass.
  • Einladung: rechtzeitig, mit allen Infos, gegebenenfalls in einer Fremdsprache.
  • Zeit- und Arbeitsplan: wer macht was bis wann.

Miriams um-die-Ecke-Tipp

Eine gute Checkliste ist die halbe Veranstaltung. Niemand kann alle Details im Kopf behalten, und genau die vergessene Kleinigkeit (kein Verlängerungskabel, kein Namensschild) fällt am Tag X auf. Schreib alles auf, hak es ab. Das ist kein Zeichen von Unfähigkeit, sondern von Professionalität. In der Prüfung zeigst du mit einer strukturierten Checkliste mehr Kompetenz als mit jeder auswendig gelernten Definition.

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Eine Geschäftsreise planen

Verkehrsmittel, Unterkunft, Reiseunterlagen
Stufe 2 · die Entscheidungen
Bahn, Auto oder Flug?

Bei der Wahl des Verkehrsmittels zählen Kosten, Zeit, Entfernung und zunehmend auch die Umwelt. Für kurze und mittlere Strecken oft die Bahn (man kann arbeiten), für sehr weite der Flug, für flexible Vor-Ort-Termine das Auto. Dazu die Unterkunft passend zu Lage und Budget.

Stufe 3 · die Reiseunterlagen
Was die reisende Person braucht

Zu einer guten Reisevorbereitung gehören: Reiseplan (Route, Zeiten, Termine), Tickets und Buchungsbestätigungen, Ausweisdokumente (Personalausweis in der EU, sonst Reisepass), gegebenenfalls Mietwagenunterlagen und Führerschein, sowie alle nötigen Geschäftsunterlagen für die Termine.

IHK-Praxisbeispiel

"Ihr Chef reist geschäftlich in die Niederlande, ein EU-Land. Welche Reisedokumente benötigt er?" Antwort: Personalausweis (in der EU ausreichend, kein Reisepass nötig), Tickets und Buchungen, bei Mietwagen der Führerschein. Genau diese Auflistung wird erwartet, gern mit dem Hinweis EU-Land.

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Die Reisekostenabrechnung

Fahrtkosten, Verpflegung, Übernachtung rechnen
Stufe 1 · die vier Bausteine
Woraus sich die Reisekosten zusammensetzen

Eine Reisekostenabrechnung hat vier Teile:

  • Fahrtkosten: tatsächliche Kosten (Bahn, Flug) oder Kilometerpauschale beim eigenen Pkw.
  • Verpflegungsmehraufwand: Pauschale je nach Abwesenheitsdauer, keine Einzelbelege nötig.
  • Übernachtungskosten: tatsächliche Kosten laut Beleg oder Pauschale.
  • Nebenkosten: Parken, Telefon, Eintritt zur Messe und Ähnliches.

Stufe 2 · die Pauschalen
Wichtig: Sätze ändern sich jährlich

Der Verpflegungsmehraufwand und die Kilometerpauschale werden vom Gesetzgeber festgelegt und jährlich angepasst. Die folgenden Rechnungen nutzen typische Beispielwerte. Die jeweils aktuellen Sätze findest du beim Bundesfinanzministerium. Gängige Beispielwerte im Inland:

PositionBeispielwert
Kilometerpauschale Pkw0,30 € je km
Verpflegung, Abwesenheit über 8 Std.14,00 €
Verpflegung, ganzer Tag (24 Std.)28,00 €
An- und Abreisetag (mehrtägig)je 14,00 €
Stufe 3 · jetzt wird gerechnet
Reisekosten üben
Aufgabe 1
Fahrtkosten Pkw
Eine Dienstreise mit dem eigenen Pkw geht über 240 km (Hin und Zurück zusammen). Kilometerpauschale 0,30 €. Wie hoch sind die Fahrtkosten?
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Ergebnis
72,00 €
(240 · 0,30)
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Aufgabe 2
Verpflegung mehrtägig
Dreitägige Reise: Anreisetag 14 €, ein voller Tag 28 €, Abreisetag 14 €. Wie hoch ist der Verpflegungsmehraufwand gesamt?
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Ergebnis
56,00 €
(14 + 28 + 14)
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Aufgabe 3
Gesamtabrechnung
Fahrtkosten 72 €, Verpflegung 56 €, Übernachtung 2 Nächte je 80 €, Parken 15 €. Wie hoch ist die Erstattung gesamt?
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Ergebnis
303,00 €
(72 + 56 + 160 + 15)
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Miriams Klarstellung

Verpflegung läuft über Pauschalen, nicht über Belege. Das verwechseln viele. Für Essen gibt es feste Tagespauschalen je nach Abwesenheit, egal ob du Currywurst oder Sterneküche hattest. Für Fahrt und Übernachtung dagegen zählen die echten Belege (oder eine Pauschale). Wer Belege fürs Mittagessen sammelt, hat das System nicht verstanden. Und die Sätze ändern sich jedes Jahr, deshalb immer die aktuellen prüfen.

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Nachbereiten und auswerten

Dokumentation, Evaluation, Lehren ziehen
Stufe 2 · nach der Veranstaltung
Die Arbeit ist mit dem letzten Gast nicht vorbei

Zur Nachbereitung gehören: Abrechnung erstellen, Dokumentation (was lief, was kostete es), Feedback einholen und auswerten (Evaluation). Wichtig ist, den Aufwand ins Verhältnis zum Erfolg zu setzen: Hat sich die Veranstaltung gelohnt?

Stufe 3 · der Lerneffekt
Aus jeder Veranstaltung für die nächste lernen

Aus der Auswertung zieht man Schlüsse für das nächste Mal. Was hat funktioniert, was nicht? Diese Lehren festzuhalten macht die nächste Veranstaltung besser. Das ist der gleiche Verbesserungsgedanke wie der KVP aus Lernfeld 11.

Miriams Praxisblick

Der wertvollste Moment einer Veranstaltung ist die ehrliche Nachbesprechung. Solange die Eindrücke frisch sind, weißt du noch, wo es hakte. Eine Woche später ist alles vergessen und der gleiche Fehler passiert wieder. Notier die Lehren sofort. Wer das tut, wird mit jeder Veranstaltung besser, statt jedes Mal bei null anzufangen.

Weiterlernen

Die Grundlagen zu Tagesordnung und Protokoll findest du in Lernfeld 2, das Prozentrechnen hinter der Reisekostenabrechnung auf der Lernseite kaufmännisches Rechnen. Eine Übersicht aller Lernfelder gibt es in der Lernfeld-Übersicht für Büromanagement.